Hej hej Odense, og vi ses snart!

Am 28. Januar 2011 fand er statt: der heimliche Weltrekordversuch zur Frage „Wie viele Gepäckstücke passen in einen handelsüblichen Renault Clio?“ – wohlgemerkt beim Nichtbeladen der vorderen beiden Sitzplätze. Leider konnte Reinhold Beckmann letzten Freitag nicht da sein, um unsere sensationelle Beladeaktion direkt ins Guinness-Buch der Rekorde zu moderieren. Ich werde mir in den nächsten Tagen aber mal ein paar Stunden Zeit nehmen, um die Bücher selbst per Hand umzuschreiben.
Schon als ich in den Kofferraum kroch, um jedes Teil in seine optimale Transportposition zu schieben (die rechte hintere Tür ließ sich nicht mehr öffnen, was den Schwierigkeitsgrad ungemein erhöhte), schwante mir, dass das nicht ganz leicht werden würde. Menschen können mit dem Inhalt eines einzigen Rucksacks im Ausland wunderbar überleben. Aber ich glaube einfach, wenn man ihnen einen Reisebus mit 98 Sitzplätzen als Ladefläche zur Verfügung stellt, beschweren sie sich, dass man auf 100 Plätzen viel mehr hätte unterbringen können.
Ich klemmte Danielas Rucksack unters Dach und warf so schnell ich konnte die Autotür zu, um den Verbleib der Fracht sicherzustellen. Nachdem sich der für meine Schlüsselabgabe Zuständige 40 Minuten verspätet hatte, um dann in einer sagenhaften 2-sekündigen Detail-Inspektion den Zustand meines Zimmers zu beurteilen, war es jetzt mittlerweile 10.30 Uhr und die Karawane konnte sich nun endlich Richtung Süden in Bewegung setzen. Daniela war sicher auf dem Autodach festgezurrt und konnte mir in weiter Voraussicht sich anbahnende Staus sofort mitteilen. Gegen 21.00 Uhr am Freitagabend war ich dann nach fünf Monaten in Odense offiziell wieder tilbage i Vogtland.

Und was bleibt, neben einer Autoladung voller persönlicher Dinge?

… dänische Musik in den Ohren
… das Gefühl, dass in Deutschland alles unglaublich billig ist
… die ständige Tendenz „Nej Nej“ und „Hej Hej“ zu sagen
… lauter 50-Øre-Münzen in meinem Portemonnaie
… der Wunsch, Dänemark unbedingt im Sommer zu erleben
… alte und neue Freundschaften, die keine Entfernungen kennen
… Kritik and der eigenen Heimat, aber gleichzeitig auch sehr viel Verbundenheit
… die Erfahrung, dass man sich auch in der Ferne „zuhause“ fühlen kann
Bilder und Erinnerungen an eine unheimlich tolle Zeit

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Verzeiht, wenn ich in letzter Zeit etwas schreibfaul war; das ist wohl der normale Lebenszyklus eines Erasmus-Blogs. Wie es jetzt hier weitergeht? Mal sehen :) Vielleicht finde ich hin und wieder Zeit für ein paar Zeilen neben der Masterarbeit, die ich im März anfange. Ich werd es euch wissen lassen!

Liebe Grüße,
eure Franzi

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Velkommen Nytår!

Auch von mir ein herzliches Willkommen, neues Jahr! Schön, dass du da bist.
Anlässlich deines Eintreffens habe ich mir ein paar gute Vorsätze zurechtgelegt, da das heutzutage nun einmal psychologisierte Sitte ist: Ich möchte mir 2011 nicht das Rauchen angewöhnen, dafür aber das Schnellfahren und Langsamlesen beibehalten; jeder spart schließlich an anderer Stelle Zeit ein. Ich möchte mehr Wasser und weniger von allem anderen trinken; die in mein hiesiges Wohnzimmer tröpfelnde Schneeschmelze gab mir zum Jahreswechsel erste Gelegenheit dazu. Außerdem, liebes, gesundes neues Jahr, nehme ich mir vor, auch 2011 weiterhin Rinderbraten, Gülcan und Pelzmäntel scheiße zu finden. Mein guter Vorsatz ist es, sämtliche Mobilfunkkommunikation auf Brieftauben oder Rauchzeichen outzusourcen, um 2011 den betrügerischen Klauen des Mobilfunkmonsters zu entgehen. Ich nehme mir fest vor, weniger Pech und mehr Glück zu haben. Außerdem ist es mein Vorsatz, mich zu ernähren, ab und zu zu schlafen, mich zu bewegen sowie zu- und abzunehmen, wie ich gerade lustig bin!

Ist es nicht schön, dass uns ein Tag gegeben wurde, um all diese klaren und hilfreichen Gedanken zu fassen? Der 31.12. – der magische Tag, der für den eifrigen Vorsätze-Sammler alles verändern kann – nicht zuletzt den Zustand wertvoller Gehirnzellen, die er im neuen Jahr noch brauchen könnte.

Silvester ist, wie auch schon Weihnachten, für die Dänen ein bedeutsames Ereignis. Sie kaufen sich festliche Kleidung, selbst wenn sie nur zuhause mit der Familie zusammensitzen. Sie besorgen sich Sicherheitsbrillen zum Schutz vor herumfliegenden Feuerwerkskörpern und beginnen ungefähr 2 Wochen vor dem Jahreswechsel, schon mal mit Raketen und Knallern auf diesen hinzuweisen. Und noch gestern, am 5. Januar 2011, zuckte ich am Schreibtisch zusammen, weil draußen wieder irgendetwas explodierte.

Den letzten Abend des Jahres, den Nytårsaften, hier mit dänen in Odense zu erleben, war eine feine Sache. Es gab ein Drei-Gänge-Menü à la Sofie, was mir, bis auf den Rinderbraten (siehe Vorsätze!), sehr zusagte. Besonders das selbstgemachte Schokoladeneis! Bevor es ans Essen ging, musste allerdings 18 Uhr erstmal die traditionelle Neujahransprache von Königin Margrethe II. im Fernsehen verfolgt werden. Einige Dänen sollen sogar Wetten darauf abschließen, was sie in ihrer Rede sagen wird – und wie. Verzweifelt habe ich versucht, mir aus den Untertiteln einen Sinn zusammenzubasteln, was mir aber nicht wirklich gelingen sollte. Schon besser verstand ich dann den Neujahrs-Hit schlechthin, Jahr für Jahr kurz nach Mitternacht gesungen von einem großen Chor im – und einem kleinen vor dem Fernsehgerät. “Velkommen nytår, og velkommen her!”

Oder die URL http://www.youtube.com/watch?v=UeBF60ZBPyg hier eingeben.

Da ich der Silvester-Gang ausdrücklich versprochen habe, keine Fotos oder Videos von ihnen ungefragt zu veröffentlichen, gibt’s jetzt hier nur ne kleine Auswahl. Und vielleicht hab ich dann zum Jahreswechsel alle Genehmigungen rein, sodass ich auch den Rest posten kann :) .

Godt Nytår!

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Montag, der 13.

Eigentlich dachte ich, Freitag, der 13., bringt Unglück – zumindest, wenn man fest daran glaubt. Hier in Dänemark ist eben alles ein bisschen anders und so suchte sich der Aberglaube den gestrigen Montag, den 13., als meinen neuen persönlichen Unglückstag aus.

Nachdem ich vergangenen Freitagfrüh 10 Uhr zentraldänischer Zeit meine Prüfungsaufgabe im Fach Applied Marketing Management per Online-Plattform erhalten hatte, blieben mir genau 72 Stunden, um zu entscheiden, was ich von der vertikalen Integration in der kalifornischen Weinindustrie halte und ob Ron nun die alte Produktionsanlage kaufen, die neue bauen oder es einfach ganz lassen sollte. Matheasse unter euch haben längst den genauen Abgabetermin für diese Prüfung per Rechenschieber ermittelt: Exakt, es war Montag, der 13., 10 Uhr. Nun denn, da saß ich nun zwischen 16 und 18 Stunden pro Tag und wie ihr euch denken könnt, hatte ich ein echt entspanntes Wochenende. So entspannt, dass ich am Montagfrüh 4.30 Uhr völlig gelassen ins Bett ging, vollkommen entspannt den Wecker auf um 7 stellte und total relaxt einschlief mit dem guten Gedanken, ganze zweieinhalb Stunden tiefsten Schlafes mein eigen nennen zu können, bevor ich in die Uni musste, um mein 25-Seiten-Assignment auszudrucken.

Nun, die Ereignisse überschlugen sich. Aus den zweieinhalb Stunden Schlaf wurden – ohne, dass ich das wollte – 5 und 9:25 weckte mich ein Anruf von Hjørdis, die mich fragte, warum ich denn nicht schon vor 2 Stunden mit meinem Auto vor ihrer Tür gestanden habe, um zusammen zur Uni zu fahren, so wie besprochen.

Mir war schlecht. In Gedanken sah ich mich schon durch die Prüfung fallen und den Rest meines Lebens als billige Arbeitskraft auf einer indonesischen Reisplantage (oder einem kalifornischen Weinberg) schuften. Meine letzte Chance war jetzt Hjørdis’ Drucker, der vielleicht noch einen letzten Rest Tinte für mich übrig hatte. Ohne auch nur in den Spiegel zu gucken rannte ich aus dem Haus, kratzte in 3,25 Sekunden ein Loch in die Eisschicht auf der Frontscheibe des Clios und fuhr mit nicht ganz zulässiger, aber nötiger Geschwindigkeit und hauptsächlich nach Gehör zu Hjørdis’ Haus. Die hatte in der Zwischenzeit mein Assignment in edlem hellgrau (mehr war von ihrem Drucker einfach nicht mehr zu erwarten) ausgedruckt. Danach rasten wir über dunkelorange Ampeln Richtung Uni, meine Gedanken an die indonesische Reisplantage waren noch immer da. Wir hatten 9 Minuten. 7 Minuten. Glatte Straßen, stockender Verkehr. Als ich vor der Uni hielt, war es 9.55 Uhr und Hjørdis hatte noch genau 5 Minuten, um das Sekretariat zu finden. Ich parkte in der Zwischenzeit 8 endlose Minuten mitten auf der Straße. Ja, und dann kam sie wieder – Hjørdis – mit einem kleinen grünen Zettel, der die Abgabe meiner Prüfung bestätigte.
Abends tranken wir Rotwein – australischen, nicht kalifornischen.

Silvia Wichtl: Die Rotweintrinker

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Deutsche Nisse rufen diese Seite auf und kopieren folgende URL: http://www.youtube.com/watch?v=Nr9VCdp4Dbg&feature=player_embedded

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Jul i Odense

Vorweihnachtszeit und Prüfungen – das passt irgendwie nicht zusammen. Aber gibt es überhaupt ein Wort, das gut zu “Prüfungen” passt? Da fällt mir höchstens “keine” ein. Nächste Woche steht jedenfalls mein erstes exam in Applied Marketing Management an – 72 Stunden Zeit, danach Abgabe von maximal 10 Seiten mit hoffentlich richtigen Lösungen zur gegebenen Case Study.

Diesen Blogeintrag könnte man also durchaus als Ablenkung, Abkommen vom Wesentlichen und Notwendigen, als Missachtung der studentischen Pflichten und bloßen Zeitvertreib bezeichnen. Nur wer liest, welche essentiellen Dinge ich hier verbeite, wird verstehen, dass ich gar nicht anders konnte – ich musste ihn einfach schreiben!

Trotz Peüfungsvorbereitungen wollte ich mir also heute den Hans-Christian-Andersen-Weihnachtsmarkt nicht entgehen lassen – der ist einfach zu hyggelig! Mit all den Laternen, Fackeln, Nissepüppchen* und gebrannten Mandeln. Das Fest des Schenkens, der Seelenruhe und Zufriedenheit beginnt jedoch erst, nachdem man den Parkplatz mit samt dem sicher abgestellten Klein(st)wagen verlassen hat. Denn hier gilt noch immer Nehmen statt Geben. Erst ICH, dann du! Franzi (die das Auto genommen und das Fahrrad aus wetter- und gesundheitstechnischen Gründen abgelehnt hat, weil die dritte Grippe sich bereits ankündigt), blinkt rechts, um den gesichteten Parkplatz als den ihren zu erklären. Ein entgegenkommender Däne blinkt zeitgleich links, um den Parkplatz als den seinen zu erklären. Franzi fährt los – schließlich ist sie schon mindestens 15 Minuten im Kreis gefahren und hat anderen Leuten dabei zugesehen, wie sie einen Parkplatz finden! Franzi parkt schief, halb auf einem Schneehaufen – aber sie parkt. Parken definiert sich nicht durch das WIE, sondern durch das DASS. Die Beifahrerin des Dänen, mutmaßlich auch eine Dänin, schießt urknallartig aus dem Auto und keift Franzi – die in ihrem Auto (zum Glück) fast nichts hört – fremdsprachlich an. Nachdem sich herausstellt, dass Franzi den Gegner mitten in seinem Rangier-Vorgang gestört hat und er nur mal kurz zurückgestoßen ist, um gleich wieder in die Parklücke zu fahren, gibt die deutsche Seite klein bei und versucht die immer noch wütend schnaubende Beifahrerin des Rangierenden mit einem besinnlich-vorweihnachtlichen “It’s ok, calm down.” zu beschwichtigen. Kurz vor Schluss des Weihnachtsmarktes ist endlich ein alternativer Parkplatz gefunden und die Büdchen und Hüttchen können gemütlich in den letzten 6,25 Minuten der Öffnungszeiten erkundet werden**.

Für solche und andere Fälle von (Vorweihnachts)Stress wurde auf dem Rathausplatz unweit von der Altstadt ein halber rosarot leuchtender Schneeball aufgestellt, aus dem monoton die Wogen unbestimmter Chill-out-Musik hervordringen. Im Inneren ist es ebenso rosa, einigermaßen warm und man bekommt eine heiße Schokolade für 20 Kronen. Zumindest hier lässt sich am Samstagnachmittag recht leicht ein Platz finden.

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* Nisse sind dänische Wichtel, die dem Weihnachtsmann (Julemand) zur Hand gehen. Wie die Dänen glauben, leben diese rotbemützten kleinen Wesen auf dem Dachboden eines Hauses. Dort stellt man am besten jeden Abend eine Schüssel mit Milchreis oder Süßigkeiten bereit, um zu vermeiden, dass die Nisse Schabernack mit den anderen Hausbewohnern treiben.

** Natürlich habe ich hier ein klitzekleinwenig übertrieben. Eigentlich hatte ich noch 7 Minuten Zeit.

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:)

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Busiest day: 689 views on Tuesday, November 30, 2010

:)

Zur Feier des Tages muss ich nochmal Kanye West posten, von dem ich in diesen Tagen einmal mehr meine Ohren nicht lassen kann (nutze den Link und gib die Video-URL http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=4YCOXe45fAQ ein, wenn du aus dem benachteiligten Deutschland kommst!).

Solltet ihr 34 Minuten Freizeit haben, schaut euch unbedingt auch dieses großartige Video (http://www.youtube.com/watch?v=O7W0DMAx8FY) an, in dem Kanye sein Album My Beautiful Dark Twisted Fantasy musikalisch und filmkünstlerisch verarbeitet. Mich würde vor allem interessieren, wie viele Männer dabei einschlafen ;) (*insider*)

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Ein Wochenende im Winterwunderland

Einfach ein wunderbar winterliches Wochenende und das beste vorgezogene Weihnachtsgeschenk – ich danke euch!

Da die Bilder für sich sprechen, will ich nur kurz anmerken: Obwohl sich die Schweinswale am Sonntag nicht blicken lassen haben (man trifft sie wohl häufiger am Kleinen Belt nahe Middelfart, wie wir mittlerweile wissen), war unsere Wanderung am Fyns Hoved echt cool – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber irgendwie war es dann auch egal, dass von den Zehenspitzen bis zum Oberschenkel alles nass und kalt war, denn der Ausblick auf das dunkelblaue Meer und die schneebedeckte Steilküste waren es wert!

Ab morgen zähle ich die Tage bis zum Heiligabend – und zwar damit: Dieser 2-teilige Adventskalender wurde in Deutschland speziell für kleinere (und zu kleine) Paketgrößen angefertigt. Den Hauptprozess der Produktion bildet das Durchtrennen eines herkömmlichen 1-teiligen Kalenders in dessen ungefährer Mitte. Einen solchen Spezialkalender habe ich vor einigen Tagen erhalten – eine Rolle Klebeband zur eigenen Herstellung eines 1-teiligen Kalenders war dem Paket beigefügt.

Voraussichtlich am 22.12. geht es für mich für eine Woche zurück in die Heimat – dann bin ich endlich mal die Besucherin und nicht die, die besucht wird :)

Bis dahin lasst es euch gut gehen, schummelt nicht beim Öffnen der Kalendertürchen und genießt die deutschen Pfefferkuchen!

***Franzi***

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